National Parks

Kroatien ist zwar kein großes Land, aber es ist ein mediterranes und zugleich mitteleuropäisches Land, ein Gebirgs- und ein Flachland, ein Küsten- und Binnenland. Deshalb ist für Kroatien ein vielfältige und artenreiche Natur, die sonst nur in viel größeren europäischen Ländern anzutreffen ist, charakteristisch. Oder anders ausgedrückt, man kann in Kroatien auf einem verhältnismäßig engem Raum Landschaften vorfinden, die man sonst nur in voneinander weit entfernt gelegenen Gegenden Europas und der Welt suchen müsste. Deshalb zählt Kroatien, trotz seines relativ kleinen Territoriums und seiner biologischen Vielfalt, zur Spitzengruppe der fünf führenden Länder Europas. Und einige seiner kleineren Gebiete zählen diesbezüglich sogar zu den vielfältigsten Lebensräumen in der Welt.

Kroatien besitzt eine reich gegliederte, trotz des gegenteiligen Anscheins, waldreiche Küste mit einer Vielzahl von Inseln wie in der Südsee. Viele gut erhaltene Städte mit mediterranem Flair, engen Gässchen und Steinhäusern, wie in Italien, säumen die Küste. Aber in diesem Küstengebiet trifft man auch auf weite, von Steinmauern umgebene, grüne Weideflächen, die denen in Irland ähneln. Die gebirgigen Gegenden Kroatiens schmücken großflächige Waldgebiete wie im skandinavischen Norden Europas, romantische Seen, reißende Flüsse und malerische Bergdörfer wie in den Alpen, aber auch karge Karstlandschaften mit Schluchten und Canons, wie im -Wilden Westen- Amerikas. In den schier unendlich scheinenden Ebenen des pannonischen Kroatien gibt es noch weite Sumpfgebiete, die man sonst nur noch im äußersten Osten Europas, in Russland oder der Ukraine vorfindet, während die umliegenden Hügellandschaften von Weinbergen und mittelalterlichen Schlössern und Burgen durchzogen sind, wie man sie in Deutschland oder Österreich kennt.

In Kroatien gibt es 450 verschiedene Landstriche, die unter Naturschutz stehen. Ihre Gesamtfläche beträgt 5.846 km² bzw. 10 Prozent der kroatischen Festlandfläche. Bezieht man die ebenfalls geschützten Gewässer mit ein, so ergeben sich 6.129 m². Die wichtigsten unter Naturschutz stehenden Gebiete sind die acht Nationalparks

Dazu kommen die zehn Naturparks (Kopacki rit, Papuk, Lonjsko polje, Medvednica, Zumberak-Samoborsko gorje, Ucka, Velebit, Telascica, Vransko, jezero und Biokova), sowie zwei strenge Naturreservate (Bijele und Samarske stijene auf dem Bergmassiv Bjelolasica und die Rozanski kukovi und Hajducki kukovi auf dem Bergmassiv Velebit).

Außer den Nationalparks, Naturparks und streng geschützten Naturreservaten schützt Kroatien weitere 430 verschieden Gebiete und Objekte, davon insgesamt 79 Sonderreservate (botanische, geomorphologische, hydro- logische, zoologische, Meeres- und Waldreservate), 38 Parkwälder, 70 Landschaften und 108 Naturdenkmäler. Besonders geschützt werden auch 135 Parkarchitektur – Denkmäler, botanische Gärten, Parks, einzelne Bäume und Baumgruppen. Geschützt sind auch insgesamt 777 Tierarten, 44 höhere Pflanzenarten und 159 Pilzarten. Zusätzlich werden auch andere auf europäischer Ebene geschützte Tierarten geschützt, die sich auf dem Territorium Kroatiens aufhalten.

Die drei natürlich getrennten Teile Kroatiens, das Flachland, das Bergland und das Küstenland unterscheiden sich im Bezug auf ihre Grundmerkmale sehr. Den größten Teil macht das fruchtbare und stark besiedelte kroatische Flachland aus, das den südwestlichen Rand der großen pannonischen Ebene einnimmt. Seine wichtigsten, natürlichen Merkmale sind die uralten Eichenwälder in den Schwemmgebieten, die zahlreichen Flüsse in ihren gut erhaltenen angestammten Flussbetten, sowie eine reichhaltige und vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Aber dieser pannonische Raum ist nicht immer so flach wie es scheint und so zeichnen sich am Horizont immer wieder weinreiche Hügel und waldreiche pannonische Berge ab, die wie Inseln aus dem pannonischen Getreidemeer herausragen.

Im Gegensatz zum kroatischen Flachland ist das gebirgige Kroatien relativ klein und sehr dünn besiedelt. Deshalb konnte seine Natur ihren ursprünglichen Zustand zum größten Teil erhalten und bewahren. In seinen dichten Tannen-, Buchen- und Fichtenwäldern lebt noch der Bär, der Luchs und er Wolf, während sich in seinen klaren Flüssen die Fischotter und Forellen tummeln. Die kroatischen Gipfel erreichen nicht die Höhe der Alpengipfel, aber ihre weißen Kalksteine sind of so geformt, dass sie selbst dem fantasievollsten Bildhauer als Inspiration dienen könnten. Dieses ergibt sich aus der Vielzahl und der Vielfalt der Karsterscheinungen, die eine Folge der ausnehmend kalkhaltigen Beschaffenheit dieser Felsen sind. Diese sind gerade für Kroatien charakteristisch. Die vielfältigen, im kroatischen Skrapa, Dolac und Ponikva genannten, Reliefformationen des Karstes an der Erdoberfläche, setzten sich auch unter der Erde mit einer Vielzahl an Höhlen und Schlünden fort, wie man sie kaum woanders in Europa wird antreffen können.

Und, als Krönung, schließlich die Hauptattraktion Kroatiens: ihre Küste, welcher die meisten Besucher kommen. Die kroatische Küste hat neben der griechischen die meisten Inseln und ist die am stärksten gegliederte im Mittelmeerraum. Ihre Länge beträgt 1.778 Kilometer und zusammen mit den Ufern der 1.185 Inseln, Inselchen und Riffen sogar 5.835 Kilometer. An dieser Küste gibt es unzählig viele verschiedenartige Buchten, Kaps, Strände und andere versteckte Details zu entdecken. Ihre vielfältige Gestalt reicht von wilden Klippen und Felshängen, bis hin zu Einschnitten mit dichter mediterraner Vegetation. Dort findet jeder Besucher ein einsames Plätzchen. Besonders jene mit Boot oder Jacht werden immer eine intime Nische finden. Aber auch die Kulturfreunde kommen hier nicht zu kurz. Die kroatische Küste ist ein Raum, der seit Jahrtausenden besiedelt ist, in deren Verlauf der Mensch einzigartige und erstklassige kulturhistorische Denkmäler von Hand geschaffen und hinterlassen hat.